Es begann bereits, als wir noch ganz klein waren.

Wir schauten genau, was unsere Mitmenschen so machen, was sie anziehen, wie sie sprechen, wie sie lachen, wie sie tanzen.
Wir wurden zu Hause gefragt, was die anderen Schüler so für Schulnoten mit nach Hause bringen, was wir werden wollen wenn wir groß sind oder was die anderen Familien zu Hause für Regeln hatten. Bei unseren Antworten entging uns kaum die Gunst oder Missgunst, das Gefallen oder nicht Gefallen des Fragenden.

Wenn wir uns zu außergewöhnlich kleideten oder eine knallige Haarfarbe haben wollten, wurden wir ganz sanft darauf hingewiesen, dass es sich besser anfühlt, wenn man nicht zu sehr auffällt. Wir wurden behütet und beschützt. Vor Verletzung, vor Scham und vor Schmerz.

Die Beweggründe für diese Erziehung und für das Vermitteln von Anpassungsfähigkeit liegen auf der Hand. Schon immer war es für uns Menschen, genau wie zum Beispiel für eine Pferdeherde, viel sicherer unseren Platz in einer Gruppe zu haben. Anders als bei den Pferden, wurde uns allerdings beigebracht, auf die anderen zu schauen, herauszufinden was zur Harmonie und zum Frieden der Gruppe beiträgt, um möglichst nicht aufzufallen oder gar einen Ausschluss zu riskieren.

Was wir uns von den Pferden abschauen können, und genau das möchte ich euch für heute mitgeben: achtet auf Dich und Deine Bedürfnisse. Oft haben wir vor Lauter Anpassung und deren Perfektionierung jegliches Gefühl für uns und unsere Bedürfnisse verloren.

Die gute Nachricht ist: wir haben nur den Zugang dazu verloren, nicht die Gefühle selbst. Wir haben die Tür vor langer Zeit verschlossen und jetzt ist sie irgendwo versteckt, eingewachsen in die Natur, von Gras, Efeu und oder Moos fast vollständig verdeckt.

Du, die oder der diese Nachricht gerade liest oder hört, Du hast Dich bereits auf die Reise gemacht. Auf die Reise zu Dir und Deinen Gefühlen und Bedürfnissen. Du hast bereits eine Idee von dieser Tür, vielleicht hast du sie bereits entdeckt. Stell Dir vor, in welchem Tempo Du diese Tür von ihrem Wildwuchs befreien kannst. Und zwar neben Deinem Alltag, der zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich noch wie gewohnt weiter geht. Genau so darfst Du die Sache angehen. Langsam, in Deinem Tempo, in voller Vorfreude und Aufregung, was Dir begegnet wenn Du diese Tür gefunden, befreit und vielleicht schon ein Stück geöffnet hast.

Der Schlüssel für einen sicheren Platz in einer Gruppe liegt in Dir. Wenn Du fühlst und alles annimmst, was Dir begegnet, wenn Du losgehst auch ohne genau zu wissen wo hin und wo lang, wenn Du Dich in den Fluss des Lebens begibst, Dir immer selbst bewusst bist und Gelegenheiten, die das Universum Dir bietet erkennst und ergreifst, wirst Du zu einem Licht, das leuchtet.

Ein Licht das leuchtet, nicht um andere anzuleuchten oder anderen den Weg aufzuzeigen, einfach weil Du strahlst. Du strahlst Sicherheit, Lebensfreude, Energie, Kraft und Stärke aus. Da wir Menschen diese Eigenschaften und das Licht lieben, werden wir Deine Nähe suchen und eine Gemeinschaft mit dir bilden. Eine Gemeinschaft in der jeder seinen Platz hat, in der jeder so ist wie er ist, eine Gemeinschaft in der jeder das gibt, was er gerade zu geben hat, in der jeder das macht, was er am besten kann, in der jeder seine Gefühle annimmt ohne sie zu bewerten. Immer in dem Wissen, dass die Kraft der Gemeinschaft Sicherheit und Liebe bedeutet auch wenn es zu Konflikten kommt. Konflikte helfen Grenzen zu erkennen und zu setzen, sie helfen bei der Entwicklung und sie sorgen für wichtige Erkenntnisse. So wie in einer Pferdeherde.